Spanische Treppe in Rom: Wo sie liegt, warum sie so heißt und wie viele Stufen sie hat
Stell dir vor, du stehst mitten in Rom. Um dich herum: schicke Schaufenster, Eisverkäufer, ein plätschernder Brunnen – und vor dir eine riesige Treppe, die wie ein weißer Wasserfall aus Stein nach oben fließt. Hunderte Menschen stehen, schlendern und staunen. Das ist die Spanische Treppe, eine der berühmtesten Treppen der ganzen Welt.
Hanna wollte neulich von Papa wissen: „Wo befindet sich die Spanische Treppe eigentlich? Und warum heißt sie spanisch, wenn sie doch in Italien steht?" Gute Frage! Denn diese Treppe hat ein kleines Geheimnis – und sogar einen Streit zwischen zwei Königreichen in ihrer Geschichte. Komm mit, wir klettern die Stufen gemeinsam hoch und finden alles heraus.
Wo befindet sich die Spanische Treppe in Rom?
Die Spanische Treppe steht mitten im Herzen von Rom, im historischen Stadtzentrum. Sie verbindet zwei Orte miteinander, die unterschiedlich hoch liegen: Unten breitet sich ein großer Platz aus, die Piazza di Spagna – das ist Italienisch und bedeutet „Spanischer Platz". Ganz oben, auf einem Hügel namens Pincio, thront eine Kirche mit zwei Türmen, die Trinità dei Monti heißt.
Die Treppe ist sozusagen die Brücke zwischen unten und oben. Früher war der Hügel ein wilder, zugewachsener Abhang – ziemlich unschön für eine so prächtige Stadt. Deshalb beschloss man vor langer Zeit, hier eine elegante Treppe zu bauen, damit die Menschen bequem hinaufkommen.
Wenn du selbst einmal nach Rom reist, findest du die Treppe ganz leicht. Mit der U-Bahn (in Rom heißt sie Metro) fährst du die Linie A bis zur Station „Spagna". Von dort sind es nur ein paar Schritte, und schon stehst du davor. In der Nähe liegen außerdem viele andere bekannte Orte: der berühmte Trevi-Brunnen ist nur etwa einen Kilometer entfernt, und der große Park Villa Borghese ist auch gleich um die Ecke. Man kann also super zu Fuß von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten bummeln.
Direkt unten am Fuß der Treppe steht ein besonderer Brunnen: die Fontana della Barcaccia. Das bedeutet so viel wie „Brunnen des kleinen Bootes", denn er hat tatsächlich die Form eines halb versunkenen Bootes. Der Legende nach soll ein Boot bei einem Hochwasser des Flusses Tiber bis genau auf diesen Platz geschwemmt worden sein. Das brachte den Baumeister damals auf die Idee für die ungewöhnliche Form.
Warum heißt die Spanische Treppe so, obwohl sie in Italien steht?
Jetzt kommt der spannende Teil – und Hannas Lieblingsfrage. Die Treppe steht in Italien, aber sie heißt „spanisch". Warum nur?
Der Grund liegt im Namen des Platzes davor: der Piazza di Spagna. Vor langer Zeit hatte das Königreich Spanien dort sein Botschaftsgebäude. Eine Botschaft ist sowas wie das offizielle „Zuhause" eines Landes in einem anderen Land. Weil also die spanische Botschaft an diesem Platz stand, nannten die Leute den Platz „Spanischen Platz" – und die Treppe, die von dort nach oben führt, bekam dann ebenfalls den Spitznamen „Spanische Treppe".
Aber jetzt wird es richtig knifflig: Eigentlich waren es gar nicht die Spanier, die die Treppe gebaut haben, sondern die Franzosen! Das Geld für den Bau stammte von einem französischen Diplomaten, und die Kirche oben auf dem Hügel gehörte den Franzosen. Die Franzosen hätten sogar gern eine große Statue ihres Königs ganz oben aufgestellt. Doch der Papst, das Oberhaupt der katholischen Kirche in Rom, war dagegen. Deswegen gab es jahrelang Streit, und der Bau verzögerte sich immer wieder.
Am Ende einigte man sich, ohne Königsstatue zu bauen. Die Treppe wurde nach dem spanischen Platz benannt – obwohl die Franzosen so viel damit zu tun hatten. Ein bisschen unfair, oder? Übrigens: Die Italiener selbst sagen gar nicht „Spanische Treppe". Sie nennen sie Scalinata di Trinità dei Monti, also „Treppe der Dreifaltigkeit". Wenn du in Rom ein Taxi nimmst und „Spanish Steps" sagst, weiß der Fahrer sofort, dass du ein Tourist bist!
Wie viele Stufen hat die Spanische Treppe?
Diese Frage hat sich Hanna ganz genau überlegt – und tatsächlich ist die Antwort gar nicht so einfach. Je nachdem, wer zählt und wo man anfängt, kommen leicht unterschiedliche Zahlen heraus. Meistens spricht man von rund 135 Stufen. Manche zählen 136 oder sogar 138, weil sie zum Beispiel die obersten oder untersten Stufen mitrechnen. Du kannst sie ja beim nächsten Rom-Besuch selbst nachzählen!
Die Treppe ist außerdem nicht einfach gerade, sondern in drei Abschnitte unterteilt. Dazwischen gibt es zwei breite Terrassen zum Verschnaufen und Hinsetzen. Diese Dreiteilung hat eine besondere Bedeutung: Sie erinnert an die Dreifaltigkeit aus dem christlichen Glauben – passend zur Kirche oben auf dem Hügel.
Gebaut wurde die Treppe zwischen 1723 und 1725, also vor etwa 300 Jahren. Damals war das eine richtige Meisterleistung. Der Baumeister hieß Francesco de Sanctis. Er ließ die Stufen aus einem hellen Stein namens Travertin hauen und gestaltete sie geschwungen wie einen Schmetterling, der seine Flügel ausbreitet. Mit etwa 68 Metern Länge gehört sie sogar zu den längsten Freitreppen der Welt.
Heute besuchen jedes Jahr über eine Million Menschen die Treppe. Sie ist ein riesiger Treffpunkt: Hier verabreden sich Leute, machen Fotos und genießen die Aussicht. Eines darfst du aber nicht: dich auf die Stufen setzen! Seit dem Jahr 2019 ist das nämlich verboten, damit der alte Stein nicht kaputtgeht. Wer sich trotzdem hinsetzt, muss eine Strafe zahlen.
Ein Tipp für deinen Rom-Besuch
Besonders schön ist die Spanische Treppe im Frühling. Dann schmücken die Gärtner die Stufen mit vielen rosa-violetten Azaleen-Blüten – die ganze Treppe verwandelt sich in ein riesiges Blumenmeer. Auch im Dezember lohnt sich ein Besuch, wenn dort ein großer Weihnachtsbaum funkelt.
Und falls dir die Treppe bekannt vorkommt, obwohl du noch nie in Rom warst: Sie war schon in vielen Filmen zu sehen, zum Beispiel im berühmten Klassiker „Ein Herz und eine Krone" mit der Schauspielerin Audrey Hepburn. So wurde die Treppe auf der ganzen Welt bekannt.
Du siehst: Eine Treppe ist eben nicht immer nur eine Treppe. Hinter der Spanischen Treppe stecken jede Menge Geschichten – von einem König ohne Statue über einen Brunnen in Bootsform bis zu einer Treppe, die spanisch heißt, italienisch klingt und eigentlich französisch bezahlt wurde. Hanna fand am Ende: „Das ist ja fast wie ein Krimi!" Papa musste lachen und sagte: „Genau – und davon gibt's in Rom noch ganz viele."
Häufige Fragen
Wo genau befindet sich die Spanische Treppe?
Im historischen Zentrum von Rom, zwischen der Piazza di Spagna unten und der Kirche Trinità dei Monti oben. Mit der Metro-Linie A erreichst du sie an der Station „Spagna".
Warum heißt sie Spanische Treppe?
Weil unten der „Spanische Platz" (Piazza di Spagna) liegt. Dort stand früher die spanische Botschaft – daher der Name.
Wie viele Stufen hat die Spanische Treppe?
Etwa 135 Stufen, je nach Zählweise auch 136 oder 138. Sie ist in drei Abschnitte mit zwei Terrassen unterteilt.
Darf man sich auf die Treppe setzen?
Nein, seit 2019 ist das verboten, um den alten Stein zu schützen. Wer es trotzdem tut, muss eine Strafe zahlen.
Was gibt es in der Nähe zu sehen?
Den Trevi-Brunnen, den Park Villa Borghese und viele berühmte Einkaufsstraßen – alles bequem zu Fuß erreichbar.